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Regenerativer Kohlenstoff als Schlüsselressource – auch eine Frage der Rahmenbedingungen

Regenerativer Kohlenstoff als Schlüsselressource – auch eine Frage der Rahmenbedingungen! 

Ein Nachbericht zur erfolgreichen Online-Veranstaltung „CO₂ als Rohstoff – Carbon to X“

In der öffentlichen und politischen Diskussion wird CO₂ vor allem als Problemstoff gesehen: Aktuell bringt die Menschheit mehr als doppelt so viel CO₂ in die Atmosphäre ein, als die Natur in der Lage ist aufzunehmen – rund 42,4 Millionen Tonnen an menschengemachten Emissionen im Vergleich zu rund 20 Millionen Tonnen, die Land und Ozeane aufnehmen können. (Stand 2024)

So weit, so schlecht, doch CO₂ ist nicht nur ein wesentliches Element des Lebens, sondern auch ein zentraler Rohstoff von Wirtschaft und Industrie. Im Rahmen der Online-Veranstaltung „Carbon to X“ präsentierte am 29. September 2026 eine hochkarätige Expertenrunde den über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern Möglichkeiten, das „Abfallprodukt“ Kohlenstoff als strategischen Rohstoff für eine resiliente Wirtschaft zu nutzen.

Reinhold Lang, Präsident des Club of Rome, Austrian Chapter, und emeritierter Professor für Polymerwerkstoffe, wies in seiner Keynote darauf hin, dass „wir bereits heute skalierbare Technologien zur Verfügung haben und dafür auch weitgehend die bestehende Infrastruktur nutzen könnten.“ Lang betonte „die zentrale Rolle eines integrierten Carbon Management – nicht nur aus Klimagründen – für eine standortsichere und wettbewerbsfähige Industrie.“

Mit welchen Hürden Entwicklungen und Projekte zu kämpfen haben, beleuchteten Joseph Kitzweger (Consultant mit Fokus auf CCS / CCU) und Wolfgang Haider (Energieexperte & Aufsichtsrat) in einem „Praxisbericht aus der Industrie“ unter dem Motto „Vom Zementwerk zum Kunststoffrohstoff – Carbon Capture & Utilisation am Beispiel C2PAT+“. Ihr Fazit: „Die Klimakrise endet dann, wenn der Klimaschutz profitabel ist. Aber es braucht stabile rechtliche Rahmenbedingungen, die dann zu ökonomischen Vorteilen führen.“

Eine der treibenden Kräfte im Bereich Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft ist die BioBASE GmbH. Im Rahmen der Innovationsplattform wurde ein neues Tool entwickelt, das verlässliche Daten zu Materialflüssen auf regionaler Ebene zur Verfügung stellt. Geschäftsführer Thomas Timmel informierte über den BioBASE Kompass⁺, der Materialflüsse, Rohstoffe, Klimadaten und Wertschöpfungsketten in einem interaktiven Dashboard für Kreislaufwirtschaft, Defossilisierung und industrielle Transformation verbindet.

Einen Einblick in ein erfolgreiches Unternehmen, das sich intensiv mit der Abscheidung von CO2 über eine Carbon-Capture-Anlage beschäftigt, ist das Vorarlberger Energiewerk Ilk. Julia Ilg gab einen Einblick in das Themenfeld Pyrolyse und Pflanzenkohle und die vielfältigen Geschäftsmodellen, die sich hier ergeben.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden mehrfach die rechtlichen Rahmenbedingungen angesprochen und hier ging Lukas Weinhandl von der Kanzlei Moser-Marzi Rechtsanwälte ins Detail: „Als Erstes ist ein sicherer, planbarer Rechtsrahmen zu schaffen. In weiterer Folge muss eine funktionierende CO2-Infrastruktur aufgebaut werden, welche in der Folge dann auch umsetzbare Business Cases für die Unternehmen ermöglicht. Das Ganze muss sich natürlich für die Unternehmen am Ende des Tages rechnen, ansonsten werden Investitionen ausbleiben. Die Frage lautet daher gar nicht mehr, dürfen wir CO2 speichern, sondern wie schaffen wir es wirklich, eine funktionierende Carbon-Management-Infrastruktur aufzubauen. Das Ganze muss sicher sein, finanzierbar und planbar.“

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass regenerativer Kohlenstoff das Potential hat, eine Schlüsselressource der Industrie zu werden. Es ist daher von größter Bedeutung, dass heimische Unternehmen dieses Thema weiter intensiv bearbeiten und sich Österreich international als einer der führenden Carbon Management Anbieter positionieren kann.

Das Fazit aus Sicht von Manfred Hackl, Geschäftsführer der EREMA Group GmbH: „Über die letzten Jahrzehnte sind viele Kreisläufe geschlossen worden. Ausreichend? Nein, natürlich nicht. Aber es sind Dinge heutzutage möglich, die man sich vor fünf, zehn oder 20 Jahren nicht vorstellen konnte. Das soll uns ermutigen, gemeinschaftlich Schritt für Schritt weiterzugehen, um letztendlich den Kohlenstoff im Kreislauf zu führen.

Der Österreichische Carbon Cycle Circle widmet sich genau diesen Fragestellungen mit dem Ziel, den Aufbau konkreter Umsetzungsprojekte national und global zu unterstützen.

Wir danken unseren Partnern BioBASE GmbH, Ressourcen Forum Austria und Bioeconomy Austria sowie dem Club of Rome – Austrian Chapter sehr herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit, die wesentlich zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen hat!